Erkenntnisse der letzten Tage

Februar 23rd, 2012 § 20 Kommentare

oder: Es ist so wirr in meinem Kopf.

  • Werde mein Veilchen vermissen, wenn es nicht mehr da ist. Überlege, ob ich mir ab dem Frühling  wieder eins zulegen sollte, weil es die Chance, dass man(n) mir zuerst auch mal in die Augen schaut, um 99 % erhöht. Nebenbei hat mich das in schmutzig-violettem Farbton vor sich hin leuchtende Ding auf eine geniale Geschäftsidee gebracht. Es gibt Lippentattoos [Klick]. Aber gibt’s eigentlich auch so stick-and-go-Veilchen, die frau sich bei Bedarf aufs Auge knallen kann? Ohne Schmerz und langwierige Schminkprozedur? Die hätten das Potenzial, diesem lustigen Motto-Shirt ["Ich hab auch Augen Du Arsch"] den Rang abzulaufen.
  • Victoria von Schweden hat ein Baby bekommen?! Frage: Was findet sie an diesem Daniel… ähm… nee. Frage: Die war schwanger?!? Hab ich gar nicht mitbekommen!  Warum nicht?! Mal wieder zu viel um mich selbst gekreist, es ist ein Elend. Eines Tages wird die Welt untergehen und ich bekomme das nicht mit, weil ich vor dem Spiegel stehe und mir graue Haare auszupfe. Ich schwör’s. Ich bin die erste Frau, die vor dem Spiegel stirbt. Im Zweifelsfall, weil ich eines Morgens im Halbschlaf, ergo halbblind, das Ding im Spiegel mit Herzogin von Alba verwechsele und einen Herzinfarkt bekomme. Wobei andererseits… wenn der Verfall – ob mit oder ohne Skalpell – schleichend vonstatten geht, dann gewöhnt man sich wohl an alles, auch an “A New Kind of Beauty“.
  • Habe Angst vor dem, was mein KörperGeist mit mir anstellen wird, wenn ich nicht endlich das tue, was ich auch wirklich tun möchte. Lieber KörperGeist: Ich versuche es ja. Wirklich. Aber ich habe doch überhaupt keine Ahnung, was ich tun möchte. Ich weiß nur, was ich nicht tun will und das ist ja in ungefähr so sinnvoll, als würde ich Autofahren [hahaha... ] und genau dahin starren, wo ich nicht hin will. Deal: Du schickst mir Mr.Olivander vorbei. Der hat schon Harry Potter den passenden Zauberstab verpasst. Vielleicht kann er mir ja auch nen Lebensentwurf aus dem Hut zaubern, der zu mir passt? Das wäre klasse, denn dann können alle glücklich und zufrieden leben. Vor allem ich.
  • Dieses Blog ist am Sonntag geschlossen, weil ich am Sonntag neuerdings immer so melancholische Anwandlungen habe und infolgedessen einen derart gefühlsduseligen Schrott veröffentliche, dass ich den hinterher sofort wieder löschen muss, weil ich nicht damit in Verbindung gebracht werden möchte. Eventuell doch auftauchende Sonntagseinträge boykotieren und nicht kommentieren. Die werden eh wieder gelöscht.

So. Ich habe fertig. Und ich fühl mich heut wie Sonntag. Also: Habt ein schönes Wochenende. :)

Verantwortung…

Februar 23rd, 2012 § 18 Kommentare

Lieber Junior, du darfst mir beim Bolzen ein blaues Auge verpassen. Du darfst mit mir streiten, weil wir bezüglich altersadäquater Fernsehsendungen unterschiedlicher Auffassung sind. Du darfst vor Wut mit den Türen knallen [von wem hast du das nur?! ] und du darfst mir sagen, dass ich die blödeste Mutter weit und breit bin, um mir fünf Minuten später kleinlaut zu beichten, dass du das gar nicht so gemeint hast.  Aber du darfst mir nicht deinen Lieblingssong vorspielen, denn der macht mir bewusst, was für eine unglaubliche Verantwortung auf meinen Schultern lastet. Und manchmal frage ich mich, wie man so einer Verantwortung gerecht werden soll… Besser nicht drüber nachdenken…

P.S: Funktioniert zuverlässiger als Zwiebelschneiden…oh Gott… ich bin ein seelisches Wrack. Gibt es irgendwo ein verstecktes Resveroir, in dem die Tränen gespeichert werden, die man im Lauf des Lebens nicht weinen konnte?  Falls ja, dann hat das Teil ein Leck. Dieser beschissene Wanderprediger mit seinen bedeutungsschweren Texten. Ich habe ihn schon immer gehasst… und jetzt beantrage ich die Notschlachtung. Für mich. Nicht für die predigende Singdrossel. :cool:

Die Aschenbrödel-Illusion

Februar 22nd, 2012 § 33 Kommentare

Ein herzliches Dankeschön an Giulio Cesare Giacobbe. Der Italiener, seines Zeichens Psychotherapeut und Schriftsteller, hat dem “Aschenbrödel” die Unschuld geraubt und dafür gesorgt, dass mein allerliebstes Lieblingsmärchen fortan in die Kategorie von  Basic Instinct gehört. Der blöde Sack.

Warum? Weil weder Sharon Stone noch Aschenbrödel einen Slip trugen, so der Psychotherapeut. Gut, bei der Stone ist die Sachlage doch recht offen. Aber Aschenbrödel?! Das ist doch kein durchtriebenes Luder, sondern die Reinheit in Person! Ein unschuldiges und gequältes Hascherl, das endlos leidet, ehe es von seinem Prinzen zum Leben erweckt wird. Millionen von Frauen identifizieren sich mit dem Aschenbrödel. Ich auch. Und wir alle fragen uns: “Wann kommt denn endlich der Prinz auf seinem scheiß Gaul?” Jut, die einen warten ewig, die anderen merken eines Tages, dass sie gar keine verhinderte Prinzessin sind, ergo auch keinen Prinzen abbekommen und dann geben sie sich mit einem weniger blaublütigen Modell zufrieden und leben glücklich bis an ihr Ende.  Aber das ist hier nicht das Thema. Es geht um die geraubte Unschuld des Aschenbrödels. Der bösartige kleine Italiener behauptet, dass die Fee dem Aschenbrödel nur Kleid, Schmuck und Schuhe vor die Füße warf. Keine Unterwäsche. Und genau das nicht vorhandene Höschen hat seiner Meinung nach dazu geführt, dass der Prinz vom Brödel so besessen war, dass er vom knallharten Analytiker zum schuhfixierten Idioten wurde. [Also so hat er das natürlich nicht gesagt, ich bringe das jetzt nur mal präzise auf den Punkt.]

Hm. Ist das wirklich… ähm… sooooo einfach? Letzendlich behauptet der Mann nichts anderes, als dass das Gehirn seiner Geschlechtsgenossen quasi aussetzt, wenn ihnen das potenzielle Betthäschen unauffällig steckt [gelungenes Wortspiel in diesem Zusammenhang, oder?!], dass sie unter dem Rock keinen  Slip trägt. Das wäre ja Dynamit in den Händen … ähm… unterm Rock einer berechnenden Frau. Wie gut, dass ich nicht berechnend bin. Dennoch finde ich die  Möglichkeiten, die sich da rein hypothetisch auftun, so interessant, dass ich das überprüfen werde. Natürlich an einem moralisch vertretbaren Forschungsobjekt, das noch nichts von seinem Glück weiß. Dumm nur: Es ist gerade Winter und saukalt. Bis zum Sommer kann und will ich aber nicht warten, weil… ähm… wenn das wahr wäre, was Giacobbe sagt… Ich meine, bald ist Frühling und hängt nicht schon die neue Frühjahrkollektion in den Läden?! Shit. Ich vergaß… ich bin ja nicht berechnend.

Na gut, werde dem Wetter angemessen tricksen. Ich besorge mir den gruseligsten Bridget-Jones-look-alike-Schlüpper [dieses Riesenzeltungetüm, am besten in Nude = fleischfarbend] den ich finden kann und ziehe den unterm Rock an. Am besten zwei, damit’s auch wirklich mollig warm ist. Dem MamS erzähle ich selbstverständlich, dass ich nichts drunter trage, ist ja klar. Weil ich kein Idiot bin,  werde ich ihm das natürlich dort verklickern, wo er es nicht überprüfen kann, weil zu viele Menschen drumrum stehen. Ideal wäre ein stark frequentierter Schuhladen meiner Wahl. Und dann, wenn ich ihm das verraten habe, womit er in dieser Situation definitiv nicht das anfangen kann, was er möchte… dann werde ich warten und beobachten. Alles im Sinne der Forschung. Und sollten dabei einige Paare Schuhe rausspringen – mit denen ich vorher selbstverständlich überhaupt nicht gerechnet habe, weil ich ja dummerweise nicht berechnend bin – nun ja… ich denke, dass ich sehr gut damit leben kann…  :mrgreen:

P.S: Das Buch von Giacobbe ist so genial, dass ich den Mann trotz allem irgendwie mag. Nach der Lektüre werde ich wissen, wie ich “ein schönes, reiches Miststück werde“. Und weil ich ohnehin zu nett bin [darum ja das Buch], werde ich dem Mann -  obwohl er ein blöder Märchenzerstörer ist – sogar ein eigenes Schlagwort widmen: Little Cesare. Mit dem bin ich noch nicht fertig. Textlich.  :cool:

Edit: Drum überlege vorher, welche Suchanfragen bestimmte Titel provozieren…

Ich hab das Auge schön…

Februar 21st, 2012 § 38 Kommentare

Habe ich nicht gestern darüber gefrotzelt, dass ich nur auf die harte Tour lerne? Das bezieht sich offensichtlich nicht nur auf das Erweitern meines persönlichen Horizonts, sondern auch auf kosmetische Finessen. Natürlich weiß ich, dass violettfarbener Lidschatten braune Augen leuchten lässt. Doch obwohl ich immer ein dezentes Make-up trage und überhaupt nicht auf die Idee käme, ungeschminkt das Haus zu verlassen, würde ich niemals violetten Lidschatten tragen. Tuschkastenstyle überlasse ich denen, die sich damit wohlfühlen, ich favorisiere die aufregende Palette der Naturtöne. Im Klartext: Ich wende Zeit, Geld – mit zunehmendem Alter auch Mühe – auf, um mir die Farbe so aufzutragen, dass es hinterher so aussieht, als hätte ich überhaupt keine Farbe im Gesicht. Ist wie mit dem Essen. Ich möchte hervorragend und deftig essen, figurtechnisch jedoch den Anschein erwecken, als würde ich  mich lediglich von Wasser und Salat ernähren.

Weil ich in diesem Leben niemals zu violettfarbenem Lidschatten gegriffen hätte, hat das Schicksal Kopf angelegt oder eher: Kopf anlegen lassen. Offenbar isses doch nötig, meinen trüben Augen ein bisschen mehr Glanz zu verleihen und wenn Madame – also ich – eine Tuschkastenaversion hegt, dann hilft man eben nach. Mit Gewalt. Was könnte dem Oberlid wohl eine aparte, tiefviolette Färbung verleihen? Korrekt. Ein Veilchen. Hat mir der Junior beim Bolzen verpasst. Zu seinen Gunsten – und weil das Kind wesentlich friedfertiger ist als ich -  nehme ich an, dass da keine Absicht hintersteckt. Wie auch immer: Er ruckt den Kopf einmal hart nach hinten und knallt ihn mir direkt aufs Auge. Ich sehe Sterne, stelle fest, dass das Kind einen ebenso harten Schädel hat wie ich und vergesse die Sache, weil ein Indianer keinen Schmerz kennt.

Am Abend fragt der MamS: “Was hast du mit deinem Auge gemacht? Das sieht gut aus.” Hö? Mein Auge sieht gut aus? Ist der jetzt völlig bescheuert? Habe ich nun nicht mehr nur den Blick sondern mittlerweile auch das Auge? Nee. Blick in den Spiegel zeigt: Er ist nicht bescheuert. Das linke Auge wirkt tatsächlich strahlend und irgendwie tiefgründig. Und warum? Weil da ein Mordsveilchen sitzt. Hat sich am äußeren Augenwinkel niedergelassen und prangt nun tiefviolett genau da, wo andere, die schminktechnisch nicht allzu bewandert sind und sich zum ersten Mal in ihrem Leben am Lidschatten versuchen, das Zeug auftragen würden.

Sieht gut aus. Das eine Auge. Dumm nur: Ich habe zwei Augen und keinen Lidschatten, der da farbtechnisch auch nur halbwegs mithalten kann. Violett mit schmutzigbraunem Einschlag findet man ja auch nicht überall. Laufe folglich rum wie Mamis kleiner Liebling, der sich heimlich an ihrem Schminktäschchen vergriffen hat und mitten beim Durchführen der  streng geheimen Farbexperimente vertrieben wurde. Na jut… ich hab das Auge schön. Schöner Mist. Und was habt ihr schön?!    :mrgreen:

Eine Erbse geht shoppen

Februar 20th, 2012 § 23 Kommentare

Mein egoistisches Ich, das sich mittlerweile ordentlich in Positur wirft und immer mehr die Regie übernimmt, verleiht mir tatsächlich schon in diesem Leben den IQ einer Erbse. Ging doch schneller als erwartet. Ich finde nämlich, dass Herr Emerson mit dem, was er sagt, völlig richtig liegt:

Aus dem Bewusstsein, gut angezogen zu sein, empfängt eine Frau mehr innere Ruhe als aus religiösen Überzeugungen. (Ralph Waldo Emerson)

Und weil da nicht nur ein Körnchen, sondern eher so’n ganzer Sandberg Wahrheit dran ist, war ich soeben shoppen. Weil ich ganz dringend innere Ruhe brauche und schon yogiliert habe – einmal am Tag ist ja nun wirklich genug. Vielleicht auch weil ich frustig bin  und mich für irgendwas belohnen muss. Keine Ahnung wofür. Irgendwas wird’s da schon geben. Alternativ – also falls die Belohnung eigentlich eher nicht drin ist – könnte ich auch irgendwas feiern. Den heutigen Tag oder so. Egal.

Habe online schwarze T-Steg-Pumps entdeckt. Es war Liebe auf den ersten Blick.  Als ich den Preis entdeckt habe, ist die Liebe ins Unermessliche gestiegen. Schuhe in den Warenkorb gelegt und weiter geshoppt.  Und weiter. Und weiter. Und weiter. Nach etwa einer Stunde [... eine Stunde ist ja auch  nicht mehr das, was sie mal war... sind die Stunden kürzer geworden oder kommt mir das mit zunehmendem Alter nur so vor?!] in die Einkaufstasche geschaut und: keine Pumps mehr da! Wo sind die hin?! Ich hab doch nichts gemacht! Merde, verdammte. Plötzlich linksseitig “Warn”hinweis entdeckt: Produkte werden nur 60 Minuten reserviert. Was ist los?! Sind die bescheuert?! Uuuäääähhh…. meine Pumps sind weg. ICH wollte die doch kaufen. ICH! Wehe, die liegen nun in irgendnem anderen Warenkorb und ich gehe leer aus…

Geflucht wie ein Kesselflicker. Parallel dazu mit zitternden Händen das Sortiment durchforstet, um die beknackten Pumps wiederzufinden. Ohne Erfolg. Eine Stunde Arbeit: umsonst. Eine Stunde Lebenszeit: verschwendet für nichts. In einem Anflug von Genialiät die “Gespeicherten Artikel” angeklickt. Ich habe zwar nix gespeichert, aber die ziehen mir ja auch ohne Vorwarnung die Pumps aus der Tasche, ohne die ich fortan  keinen Schritt mehr tun möchte. Da kann man ja mal sicherheitshalber nachklicken. HA! Da sind sie! Meine Schuhe! Gespeichert von wem auch immer. Zack in die Tasche geklickt und zackzack Bestellvorgang eingeleitet. Sicher ist sicher.  Nur noch wenige Klicks und sie sind mein…

Klick, klick, klick… merde. Zahlungsoptionen: Paypal oder Kreditkarte. Dumm gelaufen. Mein PP-Konto habe ich vor langer Zeit gekündigt und ich habe nicht die Absicht, mir wieder eins zuzulegen. Und Kreditkarte … ähm… ja… ich besitze keine. Und ich will auch keine. Die blöden Pumps will ich auch nicht mehr, weil ich  ziemlich beleidigt bin. Davon abgesehen finde ich die Schuhe, so mit einigem Abstand betrachtet [15 Minuten...] , auch weitaus weniger schön als vorhin. Der Absatz ist zu klobig und zu flach sind sie auch.  Nu ja, geschieht mir recht. Stelle fest, dass ich – kaum dass  mein Ego-Ich die Regie übernommen hat – den Tiefgang eines Korkens habe, der orientierungslos in der Badewanne rumdümpelt. Brauche dringend einen sehr gewichtigen Lebensthemenschwerpunkt. Einen, bei dem ich nicht nur permanent um mich selbst kreise , der aber dennoch so gewichtig ist, dass er mich vor der völligen Verblödung rettet und mich nicht zum materialistischen Schwachmaten mit Erbs-IQ werden lässt. Shoppen wäre wohl leichter gewesen, zumal ich mir da höchstens über die Passform meiner Schuhe hätte Gedanken machen müssen. Aber jut… verstandsmäßig läuft das bei mir sowieso immer nur auf die harte Tour. Weil ich bezüglich meiner eigenen Weiterentwicklung so beratungsresistent wie ne Bockwurst bin… :mrgreen:

P.S: Gibt es hier noch jemanden, noch irgendjemanden, der keine Kreditkarte besitzt?! Falls ja: Wollen wir gemeinsam eine Selbsthilfegruppe gründen?!  :oops:

Style it like Beckham

Februar 20th, 2012 § 21 Kommentare

“Du stylst die Haare neuerdings ein bisschen anders, oder?”, frage ich den MamS und spiele auf den dezenten Seitenscheitel an, den er seit einigen Tagen trägt. “Ja. So’n bisschen wie David Beckham”, bestätigt er.  “Beckkahm?!” echoe ich begriffsstutzig und überlege, wann und wo der nun wieder aus der Versenkung gekrochen ist. Und vor allem: warum?! Seitdem sich dieser Typ von seiner Frau hat zur Anziehpuppe degradieren lassen, hat er sich meinem Aufmerksamkeitsradius komplett entzogen und ich habe ihn überhaupt nicht vermisst, weil dressierte Hündchen so gar nicht meins sind. “Na Beckham. Auf den Unterwäschewerbeplakaten [Klick] von H&M”, hilft der MamS meiner Erinnerung auf die Sprünge. Ach das… ähm… der! Ich denke an ein gut gebautes Etwas in einem boxershortsähnlichen Teil und während mein Gehirn noch en detail mit dem Werbeplakat beschäftigt ist, sagt mein nun kurzfristig auf sich allein gestellter Mund: “Ach, auf die Frisur achtet  da doch  sowieso niemand…” Arschkarte deluxe. Aber sowas von.

Das war die schlimmstmögliche aller schlimmstmöglichen Antworten – wenn man mit einem Mann verheiratet ist, der einerseits eitel ist, andererseits jedoch dummerweise bereits in der Midlife Crisis steckt und dann noch täglich vor dem Spiegel mit dem konfrontiert wird, was der Alterungsprozess mit dem männlichen Körper anstellen kann. “Ach….man achtet nicht auf die Frisur?!”, grummelt der MamS, runzelt die Stirn, zieht die Augenbrauen hoch, sieht mich finsterer als finster an und will ernsthaft von mir wissen, worauf man bei Underwear-David  stattdessen achten würde, wenn denn nicht auf die Frisur.

Irgendwie süß, oder? Glaubt der Mann tatsächlich, dass sich meine schmutzigen Gedenken lediglich auf ihn beschränken würden? Wie stellt er sich das vor? Du bist verheiratet und sollst keine anderen Männer sehen neben mir? Ts… ich bin nur verheiratet und weder blind noch blöd… Worauf “man” in so’nem Fall achtet, weiß ich natürlich nicht. Allerdings weiß ich, worauf ich nicht geachtet habe: auf die Frisur…. :mrgreen:

P.S: Muss mich dringend rehabilitieren, um nicht als sexistisches Arschloch dazustehen. Werde den MamS demnächst mal fragen, welche Augenfarbe das schnuckelige Playboy-Cover-Bunny hat, dem er sich aus den Augenwinkeln widmet, wenn er offiziell die PC-Zeitschriften inspiziert. Und wenn er das nicht weiß, dann bekomme ich mitten im Zeitschriftenladen einen hysterischen Heulkrampf und mache ihn vor versammelter Mannschaft zur Sau, weil er die arme Frau nur als Sexobjekt wahrnimmt. Mensch. Das arme Haserl hat doch auch innere Werte…  :cool:

Februar 19th, 2012 § 24 Kommentare

Ich habe es befürchtet. Wer die Augen öffnet und seine Vergangenheit neu bewertet, sieht die Geister der Vergangenheit. Natürlich. Diese dämonischen Biester verschwinden ja nicht, nur weil man nicht hinschaut. Sie verkapseln sich, werden zu kleinen Erinnerungsblasen und sinken dorthin, wo ihnen die Zeit nichts anhaben kann. Und eines Tages steigen sie wieder auf. Angelockt durch einen Ort, einen Geruch, eine Erinnerung oder die Gegenwart eines Menschen. Vielleicht steigen sie auch auf, weil sie spüren, dass der, der von ihnen gequält wird, nun bereit dazu ist, es mit ihnen aufzunehmen.

Ich bin jetzt wohl bereit, mich mit einigen von ihnen herumzuschlagen. Dennoch hat sich der Eintrag, der hier eben noch stand, ins Blogarchiv verabschiedet. Ich habe keine Lust mehr, den Geistern der Vergangenheit in diesem Blog so viel Platz einzuräumen. Genau genommen haben sie hier überhaupt nichts mehr zu suchen, denn wohin ein Zuviel von diesem Rumgegeistere führt, das wissen wir ja nun  mittlerweile. In diesem Sinne…

Zeit für die hier und habt einen schönen Sonntag. :)

Kaffeesatzkomplikationen

Februar 17th, 2012 § 50 Kommentare

Es schmerzt mich sehr, mir das eingestehen zu müssen, aber: Meine Beine sind vor allem dann zauberhaft, wenn ich auf dem Rücken liege und sie im 60-90° Winkel nach oben strecke. Sonst muss ich leider zugeben, dass kurz vor meinem 40. Geburtstag tatsächlich Handlungsbedarf besteht, was die Hautbeschaffenheit der Oberschenkel angeht. Das, was ich da sehe, wenn ich den “nach unten gestreckten Hund” yogiliere, kann ich nicht wegatmen. Das ist real und – wenn man direkt mit der Nase draufgestoßen wird – nicht akzeptabel. Hiermit die klare Ansage: Bin noch bereit, dem Verfall kampflos das Feld zu überlassen.

Zeit also, die tägliche Yoga-Session durch ein Kaffeesatzpeeling zu unterstützen, das in Kombination aus Massage, Peeling und Koffein wahre Wunder wirken soll. Habe ich gehört. Ich glaube an Wunder. Weil ich das will. Und wenn das Wunder nicht zu mir kommt, dann weise ich ihm eben mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln den Weg. Zur Not ziehe ich dem Wunder mit dem Zaunpfahl eins über, fessele es und nehme es mit, damit es immer bei mir bleibt. Nebenbei bemerkt: Wenn man mit fast 40 die Hautbeschaffenheit einer kinderlosen 20jährigen haben möchte, dann erscheint mir der Gedanke an ein Wunder durchaus naheliegend zu sein, aber das nur am Rande.

Kaffeesatzpeeling  – klingt erstmal total unkompliziert, oder? Wenn ich eine Sache immer im Haus habe, dann ist es Kaffeesatz. Genau genommen könnte jederzeit ein nach Kaffeesatz suchender Mensch an meiner Tür klingeln und um Hilfe bitten -  ich habe immer was von dem Zeug da, sehr oft auch frisch zubereitet. Das Problem ist nur: Wie bekomme ich den Kaffeesatz direkt auf meine Haut, ohne dass jemand – respektive der MamS – was davon mitbekommt? Ausgiebige Wellnessprogramme kann ich aus Zeitgründen nur am Abend machen. Und wenn der Mann mitbekommt, dass ich den vollen Kaffeefilter nicht wie gewohnt in den Müll schmeiße, sondern das Ding vorsichtig – um nichts zu verschütten und nicht verräterisch rumzukrümeln – aus der Küche trage und damit gen Badezimmer laufe, wird er logischerweise misstrauisch. So ein absonderliches Verhalten wirft Fragen auf, die ich nicht beantworten möchte.

Letztendlich bedeutet so ein Kaffeesatzpeeling für den MamS nichts anderes als: Ich schütte mal eben den Kaffeesatz in den Badewannenausguss und er schaut dann, wie er die daraus resultierende Verstopfung beseitigen kann. So ein Badewannenabfluss ist halt kein Kaffeesatzendlager – nur bringt das in diesen Do-it-yourself-Naturkosmetikheftchen niemand auf den Punkt. Und wenn der MamS ein Problem hat, dann ganz sicher nicht mit der Hautbeschaffenheit meiner Oberschenkel, sondern mit der von mir verurschten Kaffeesatzverstopfung, zumal man die auch nicht mit halterlosen Strümpfen kaschieren kann.

Fragt da jemand, warum sich der MamS mit der Verstopfung rumschlagen soll? Na wer denn sonst?!  Natürlich gilt: Selbst ist die Frau. Aber niemand wird ernsthaft erwarten, dass ich mit meinen seidenweich gepflegte Händen im Abfluss rumwühle. Es gibt nicht soooo viel Situationen, in denen ich die Tussi raushängen lasse – aber das ist eine davon. Und nein, wir haben niemanden, der den Abfluss professionell freiblasen kann, denn wenn wir uns so  jemanden leisten könnten, dann würde ich auch über die finanziellen Mittel verfügen, um mir den krümeligen Schmodder direkt im Wellnesstempel einmassieren zu lassen. Die Anwendungen dort sind ja nicht nur so teuer, weil man das Ambiente und die fachkundige Behandlung bezahlt, sondern weil man den im Rahmen der Prozedur anfallenden Dreck nicht beseitigen muss.

Aber: Wer schön sein will, muss Opfer bringen. Befreie mich also für einen halben Vormittag von der Arbeit und breite – kaum dass die Herren aus dem Haus sind – meine Schätze vor mir auf dem Wannenrand aus. Zwei knallvolle Kaffeefilter. Nehme euphorisch eine Hand voll Kaffeesatz, verteile das Gebrösel auf dem Oberschenkel, massiere emsig… und verteile das Zeug großräumig im näheren Wannenumfeld. Fußboden, Shampoo- und Duschgelflaschen – alles mit Kaffeekrümeln besprenkselt. Werde ein bisschen sauer. So habe ich mir das nicht vorgestellt. Beschließe, dem Kaffeesatz mit einem Schuss Duschgel eine Konsistenz zu verleihen, mit der man arbeiten kann. Das klappt. Sogar so gut, dass ich den Inhalt beider Filter vermassiere.

Rücklickend ziehe ich folgendes Fazit: Alles in allem ein unglaublicher Aufwand und nichts im Vergleich zur  Luffaschwamminstandhaltungsmassage, zumal die halt auch keine Komplettreinigung des Badezimmers nach sich zieht. In Anbetracht des vor- und nachbereitenden Theaters wäre also die Premiere des Kaffeesatzpeelings zugleich ihr Ende. Theoretisch. Dummerweise fühlt sich die Haut nach dem Kaffeesatz-Duschgelpeeling wirklich gut an. So streichelzarte Hände hatte ich schon lange nicht mehr, wobei es um die Hände ja eigentlich gar nicht ging. Aber der Rest des Körpers fühlt sich ebenso wunderbar an. Ob die Prozedur tatsächlich gegen leichte Dellen hilft? Ich weiß es nicht. Aber es ist ja schon schön, wenn sich die Orange mit geschlossenen Augen wie ein Pfirsich anfühlt. Mit zunehmendem Alter wird frau diesbezüglich ein wenig toleranter und die Augen des Mannes zum Glück nicht besser. Bin überzeugt davon, dass ich das Peelingresultat auch genießen kann, wenn es mir in absehbarer Zeit gelingen sollte, die letzten Kaffeesatzkrümelchen aufzuspüren und das Bad in den Vorkaffeesatzpeeling-Ursprungszustand zurückzuversetzen… :mrgreen:

Körpersprache

Februar 15th, 2012 § 37 Kommentare

Erstaunlich. Mein Körper spricht mit mir. Und endlich höre ich ihm zu. Muss ich ja, wenn ich plötzlich das Gefühl habe, dass mir irgendwas den Brustkorb so zuschnürt, dass ich keine Luft mehr bekomme. Habe mich also mit meinem Körper in eine ruhige Ecke verzogen und den Anweisungen Folge geleistet, die er mir ins Hirn projiziert hat. Meinen Körper verlangte es nach Musik. Disturbed. Klar. Aber nicht irgendwie, sondern in genau festgelegter Reihenfolge, die  sich – im Nachhinein betrachtet – als thematisch ziemlich sinnvoll erweist. Und dann, während ich mit geschlossenen Augen daliege, öffnet mir mein Körper die Augen, indem er mir einen Magenschwinger verpasst, der richtig sitzt.  Der blöde Arsch.

Die Erkenntnis meiner Musiktherapie: Seitdem ich klar denken kann, gehe ich davon aus, dass ich das Problem bin. Dabei bin ich das gar nicht. Das Problem ist, dass ich falsche Menschen habe die Maßstäbe setzen lassen, an denen ich mich orientiert habe und die für mich schlichtweg das Maß aller Dinge waren. Die Menschen. Und deren Maßstäbe. Im Nachhinein wird mir ganz anders, wenn ich überlege, wie viel Zeit ich damit verschwendet  habe, überhart mit mir selbst ins Gericht zu gehen und mich dafür zu verurteilen, dass ich nicht die bin, die falsche Menschen haben wollte. Und weil ich nicht die bin, die ich überhaupt nie sein wollte. Das ist so absurd und bescheuert, dass es wohl niemand versteht.

Mir tut es ein bisschen leid um die Lebenszeit, die ich bisher verschwendet habe. Auch Wut schwingt mit. Eine gehörige Portion sogar. Das ist gut. Wesentlich besser als dieser Selbstmitleidslähmungsscheiss. Wut ist für mich die Energie, die mir die nötige Schubkraft verleiht. Jetzt geht’s erstmal mit Schub an den Kühlschrank. Zum Rotwein. Und morgen sehe ich weiter. Fakt ist: Ich kann wieder atmen. Weiß man auch erst dann zu schätzen, wenn einem  – aus welchen Gründen auch immer – die Luft weggeblieben ist. Jut, beschließe ich diesen Meilenstein der Selbsterkenntnis [den ich hier schriftlich festhalte, damit ich ihn nicht wieder vergesse oder verdränge] mit dem Song, der es auf den Punkt bringt.  “Indestructible”. Genau das bin. War ich schon immer und tief in mir habe ich’s immer gewusst. Ich habe es nur zwischenzeitlich vergessen…

P.S: Scheint mir zugleich der geeignete Zeitpunkt zu sein, um Louise zu rehabiltieren. Die Nächte mit  ihr hatten doch einen Sinn.  Ich möchte wetten, dass die  “grundlose” Heulerei und meine Munch-Schrei-Seelenassoziation dadurch überhaupt erst losgetreten wurden. Jetzt ergibt nämlich endlich auch das letzte Puzzleteilchen einen Sinn. Bei den Überlegungen, wem in meinem Leben ich zuerst verzeihen könnte, ist mir wieder und wieder eine Person in den Sinn gekommen und die bin: Ich. :)

P.P.S: Das dürfte – so hoffe ich zumindest – vorerst genug der Seelenbeschau gewesen sein. Beschäftige mich gerde mit den wichtigen Dingen des Lebens. Cellulitis. Und der Frage, wie der weibliche Hals altert. An den Erkenntnissen lasse ich euch selbstverständlich demnächst teilhaben. :mrgreen:

Das Valentinsnichts…

Februar 14th, 2012 § 35 Kommentare

“Wünsche dir einen schönen Valentinstag, Schatz”, sage ich mit ausdrucksloser Miene und schaue dem MamS über den Rand meiner Kaffeetasse hinweg direkt in die Augen. Er stutzt für einen Moment. Versucht vergeblich, irgendwas in meinem Gesicht zu lesen, um seine weitere Vorgehensweise darauf abzustimmen, aber da ist nichts. Also erwidert er den Wunsch verhalten, um sich dann mit dem Mut des Mannes vorzuwagen, der diesen Tag total verpeilt hat. Ohne rettende Aufmerksamkeit in der Hinterhand sagt er vorsichtig:  “Das ist doch sowieso nur ein Tag für Floristen.”

“Das siehst du richtig. Mir ist dieser Tag total egal und infolgedessen habe ich auch kein Geschenk für dich”, lächele ich ihn so freundlich an,wie es einem maulfaulen Morgenmuffel wie mir zu dieser frühen Stunde eben möglich ist. Der MamS entspannt sich sichtlich. Ein Lächeln huscht über sein Gesicht und er nimmt mich überschwänglich in den Arm.

Bin sehr zufrieden mit mir. Da habe ich dem MamS doch ein zauberhaftes Nichts zum Valentinstag geschenkt und ich bin davon überzeugt, dass es ein sehr viel schöneres Nichts ist als das, das ich neulich hier verlost habe. Nichts geschenkt, nichts bekommen  und dem Mann trotzdem das Gefühl gegeben, alles richtig gemacht zu haben. Nun kann er sich mit stolzgeschwellter Brust dem Alltag stellen. Und wem verdankt er das? Mir. Na wenn das nichts ist… :mrgreen:

P.S: Ob ich vielleicht doch BWL studieren sollte? Minimaler Einsatz, maximaler Gewinn – scheine da echt ein Händchen für zu haben. Vielleicht werde ich aber auch Coach für langzeitbeziehungsgeschädigte Paare. Die Frauen werden mich so inbrünstig hassen, dass kein Hass mehr für den Mann an ihrer Seite übrig bleibt und schon können die beiden wieder stressfrei miteinander kommunizieren.